Roboter "Bob" macht einen guten Job

TSV Rosenberg: Mit Photovoltaikanlage auf dem Sportheim und einem elektronischen Rasenmäher deutschlandweit Vorreiter

Der TSV Rosenberg hat ein neues Maskottchen: Den neuen Mähroboter "Bob". Das Bild zeigt (von links) TSV Vorstand Jürgen Geiger, Gebietsleiter Schneider (Disterlhäuser Brauerei), Frank Hemmrich von der Firma "KommTEk" und Fußballabteilungsleiter Reinhold Klingmann.

Rosenberg. Der TSV Rosenberg hat ein neues Maskottchen mit dem namen "Bob". Es unterstütz nicht lauthals die Mannschaft und schwenkt auch keine Fahnen bei den Heimspielen. "Bob" ist der neue "Bigmow"-Mähroboter, der dafür sorgt, dass die Spieler auf einem gepflegten Fußballrasen einen guten Balspielen können.

Und seit der Installation vor wenigen Tagen macht "Bob" eienn guten Job, denn er ist eifrig unterwegs, tagsüber und nachts, bei Regen und Sonnenschein. Er ist immer im Einsatz. Nur zum aufladen der Batterie dockt er an eine Ladestation an und dann hat er zwei Stunden Pause.

Umweltfreundlicher Strom

Mit der beschlossenen Kombination, Stromerzeugung auf dem Dach des Sportheimes - dort wird noch in diesem Monat eine neue Photovoltaikanlage installiert - wird kohlenstoffdioxidfreies Rasenmähen möglich. Der TSV Rosenberg dürfte einer der ersten, wenn nicht sogar der erste Verein in Deutschland und gar europaweit sein, der mit diesen innovativen Entscheidungen Vorreiter für umweltfreundliche Rasenpflege ist und der zusätzlichen umweltfreundlichen Strom einspeist.

Lange und kontrovers wurde in den Vorstandsitzungen des TSV über diese zukunftsweisende Innovation diskutiert. Vorstand Jügen Geiger, der schon immer von dieser Technik überzeugt war, schaute sich in Deutschland um, und begutachtete solche bereits im Einsatz befindlichen Geräte in Bielefeld und beim Club in Nürnberg. Dort hat man bereits mehrere Mähroboter - teilweise bereits seit fünf Jahren - im Einsatz und ist vollauf mit dieser Technik zufrieden.

Schließlich konnte er seine Vorstandskollegen überzeugen, auch für den TSV eine solche Investition zu tätigen. Groß waren auch die Diskussionen unter den Mitgliedern. Zwischenzeitlich sind die Kritiker verstummt.

Wie ist der TSV zu dieser Mähmethode gekommen? Der vereinseigene Rasenmäher, der zusammen mit dem Nachbarverein aus Sindolsheim für das Mähen der Sportplätze genutzt wurde, war in die Jahre gekommen. Nach 18 Jahren war er äußerst reparaturanfällig. Das veranlasste den TSV-Vorstand zu handeln. Die Anschaffung eines geeigneten Traktorrasenmähers war nicht finanzierbar. Die Summe, so TSV-Vorstand Geiger war nicht zu "stemmen". So blieb nur die Anschaffung des Mähroboters, die mit rund 15000 Euro zu Buche schlug und nur die HÄlfte eines Traktormähers kostete.

Der wirtschaftliche Vorteil für den Verein ist sichtbar. Einerseits sparte der TSV viel Geld bei den Beschaffungskosten, weiterhin entfallen die jährlichen personal- und Reparaturkosten. Dieses eingesparte geld kann der TSV nunmehr in weitere wichtige Projekte investieren. Finanziert wird dieses Gerät aus den Erlösen der installierten Photovoltaikanlage, die von den Mitgliedern in der diesjährigen Generalversammlung beschlossen wurde.

Mehrere Zuschüsse bekommen

Die im RIO in Osterburken ansässige Firma "KommTek" kam dem TSV finanziell sehr entgegen. Zuschüsse gab es vom Badischen Sportbund und der Gemeinde Rosenberg.

Nach der Aufladung an der Ladestation macht sich "Bob" auf den Weg: Entweder fährt er selbststndig zum Haupt- oder den Nebenplatz. Er läuft - so die Programmierung - kreuz und quer über den Platz und mäht das Gras so kurz, dass es auf den plätzen liegenbleiben kann und damit auch zur Düngung dient. Dadurch wird die Oberfläche des Rasens immer dichter und fester sagen Experten.

Informationen über die Platzpflege holten sich die TSV-Verantwortlichen bei den "Greenkeepern" von 1899 Hoffenheim ein, die wertvolle Tipps gaben. Die Plätze sind in einem hervorragenden Zustnad, wovon sich die Verantwortlichen des TSV in einem Vorort-Termin überzeugen konnten.

"Ein sauberer und kurzer Schnitt regt das Wachstum des Rasens an, insbesondere die Wurzel wächst tiefer in den Boden", meinte Diplom Ingenieur Hemmrich von der Lieferfirma KommTek, der sich auch sicher war, dass der TSV Rosenberg der erste Verein in Süddeutschland ist, der ein solches Gerät einsetzt.

Europaweit dürfte der TSV ebenfalls Vorreiter in Verbindung mit Solarenergie sein. Im Prinzip wird der Rasen CO2 neutral gemäht und die Sonnenkollektoren produzieren den notwendigen Strom meinte Hemmrich.

Für Jürgen Geiger ist "Bigmow" das "Elektroauto für den Sportplatz", der seit der Installation schon über 500 Kilometer zurücklegte. Sollte es einmal zu einer Gerätestörung kommen, wird sofort eine Störungsmeldung an den verantwortlichen Kundendienst übermittelt. Beim TSV ist man davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Sicherlich werden in Zukunft Interessenten nach Rosenberg reisen um sich diese innovative Investition anzuschauen. Unterstützt wird dieses Pilotprojekt von der Distelhäuser Brauerei. Auch in der Sportschule Ruit soll ein solches Gerät installiert werden sowie auf Schalke. Der "Siegeszug" dieses Gerätes geht zukünftig von Rosenberg aus.